Das Kranichhaus

Museum des Landes Hadeln

Reichenstr. 3

 

Postadresse:

Marktstr. 2

D-21762 Otterndorf

 

Tel. +49 (0)4751 91480

Email: info@kranichhaus.de

 

 

50 Jahre Museum im Kranichhaus

Am 30. Juni 1964 wurde das barocke Kranichhaus in Otterndorf als Museum eingeweiht. Seitdem zeigt es Objekte der großbäuerlichen und bürgerlichen Lebenswelt des Landes Hadeln aus der Zeit bis etwa 1850.

 

 

Fritz Overbeck: Windiger Tag (1907)
Fritz Overbeck: Windiger Tag (1907)

 

Aus Anlass seines 50. Geburtstags ändert das Kranichhaus nun vorübergehend sein Gesicht. Vom 25. Juli bis zum 19. Oktober 2014 zeigt es die Sonderausstellung

 

Mit fremden Federn

30 Werke aus 100 Jahren Malerei zwischen Elbe und Weser

 

Die „fremden Federn", mit denen das Kranichhaus sich zum Geburtstag schmückt, haben ihre Heimat in Stade. Sie entstammen zum größeren Teil der etwa 330 Werke umfassenden Kunstsammlung der ehemaligen Bezirksregierung Stade.
Die Sammlungstätigkeit der Stader Regierung zielte von Beginn an nicht nur auf die Dokumentation der regionalen Kunst, sondern auch auf die Förderung der Künstler. Sie begann Mitte der 1920er Jahre mit einem Geschenk aus Wesermünde, der größten Stadt im Regierungsbezirk: Dem Fischereihafen in Geestemünde des Münchner Malers Leopold Schönchen. Diesem Werk folgten fünf ebenso großformatige Auftragsarbeiten, die im Namen des Regierungspräsidenten von Fritz Mackensen vergeben wurden.

Von diesen sechs Grundsteinen der „Regierungsbilder" sind vier im Sommer 2014 im Kranichhaus zu sehen:

Neben dem Fischereihafen in Geestemünde von Schönchen die Heide bei Kirchtimke von Otto Modersohn sowie Blick auf Verden an der Aller von Ernst Müller-Scheeßel und die Bremer Vulkan-Werft von Carl Jörres.

Carl Jörres: Bremer Vulkan (1927)
Carl Jörres: Bremer Vulkan (1927)

Die Sammlung der „Regierungsbilder", die nach Verlagerung der Bezirksregierung von Stade nach Lüneburg (1978) noch quantitativ wuchs, ist der Öffentlichkeit – trotz ihrer Größe und Bedeutung – praktisch unbekannt. Nur einmal, Mitte der 1970er Jahre, wurde eine Auswahl von 50 Bildern in den regionalen Sparkassen zwischen Elbe und Weser gezeigt. Zuletzt waren 25 „Regierungsbilder" im Herbst 2013 in Stade zu sehen, zum 50. Gründungsjubiläum des Landschaftsverbandes für das Elbe-Weser-Gebiet, der die Sammlung heute betreut.

Der kleinere Teil der im Kranichhaus gezeigten Bilder gehört zu der ebenso feinen Sammlung des Stader Geschichts- und Heimatvereins. Sie umfasst heute annähernd 140 Gemälde und geht zurück auf vereinzelte Schenkungen und eigene Sammlungstätigkeit seit den 1950er Jahren.

Bis vor einigen Jahren waren noch jeweils 20 Werke aus den beiden Sammlungen im „Heimatmuseum“ des Stader Geschichtsvereins zu sehen.

Diese Zusammenschau, die das Kranichhaus nun wiederholt, hatte und hat ihren guten Grund, denn die beiden Sammlungen ergänzen einander und beinhalten Meisterwerke, wie sie in Niedersachsen in dieser Dichte nur in der Elbe-Weser-Region entstanden – auch über Worpswede hinaus, wo man in diesem Sommer 2014 auf 125 Jahre Maltradition zurückblickt.

 

Die Malerei gehört zu dieser Landschaft zwischen Weser und Elbe, weil eben diese Landschaft ihr Hauptgegenstand ist und weil sie zum Besten zählt, was das Land zwischen Elbe und Weser hervorgebracht hat.

 

Wilhelm Claudius: Blick von St. Cosmae auf Stade (1928)
Wilhelm Claudius: Blick von St. Cosmae auf Stade (1928)

Im Laufe des 20. Jahrhunderts, in dem die Stader Sammlungen wuchsen, hat der Staat sich in immer größeren Einheiten organisiert. Das kulturelle Vereinsleben seiner Bürger wurde demgegenüber immer kleinteiliger. Beides hatte und hat seinen Preis: Das stete Größerwerden droht die Besonderheiten, die Verkleinteilung den Sinn für das Allgemeine aus dem Blick zu verlieren. Die beiden in Stade beheimateten Sammlungen weisen weder den einen noch den anderen Makel auf. Jenseits aller möglichen Vorlieben – für die Weserseite oder für die Elbkante, für Marsch, Moor oder Geest, für die Dynamik industriellen Wirtschaftens oder für heimatliche Nostalgie, für die Weite von Himmel und Wolken oder das Pittoreske der kleinen Städte und Flecken – bilden die beiden Sammlungen im Schaffen berufener Künstler die Besonderheiten des Elbe-Weser-Winkels ebenso ab wie das Gemeinsame, was diesen durch Weser, Elbe, Nordsee und Heide konturierten Landstrich verbindet.

Die Ausstellung Mit fremden Federn... findet statt mit freundlicher Unterstützung des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden e. V., des Stader Geschichts- und Heimatvereins e. V.
und der Kranichhaus-Gesellschaft e. V.
Idee und Konzept: Dr. Axel Behne
mit Dank an Dr. Heike Schlichting



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