Das Kranichhaus

Museum des Landes Hadeln

Reichenstr. 3

 

Postadresse:

Marktstr. 2

D-21762 Otterndorf

 

Museum:

Reichenstr. 3

D-21762 Otterndorf

 

Tel. +49 (0)4751 91480

Email: info@kranichhaus.de

 

 

Geschichte des Landes Hadeln

Um 970 berichtet der sächsische Chronist Widukind von Corvey von der sagenhaften Ankunft seines Volkes in einer Gegend namens "Hadolaun".
In den folgenden Jahrhunderten wandelt sich dieser Landesname von einem geographischen zu einem politischen Begriff, so dass er schließlich nur noch das Gebiet bezeichnet, das vom Beginn des 13. Jahrhunderts bis 1689 unter der dauernden Oberhoheit der askanischen Herzöge von Sachsen-Lauenburg stand.

Bis heute ist dieses sichtbar durch das Wappen der Herzöge von Lauenburg am Otterndorfer Rathaus.

Früh entstand in Hadeln eine Landesgemeinde, die sich auf ein System der genossenschaftlichen Selbstverwaltung stützte und die seit etwa 1300 als Terra Hadhelerie ein eigenes Siegel führte. Eine tragende Säule der Landesverfassung bildete das besondere Recht, das man den Kolonisten zugestanden hatte, die seit dem 12. Jh. die See- und Flussmarschen des Elbe-Weser-Gebiets besiedelten. Träger der lokalen Selbstverwaltung waren die seit dem 13. Jh. belegten Kirchspiele bzw. Kirchspielsgerichte.

 

 

Kirchspielsgericht Osterende-Otterndorf, um 1925
Kirchspielsgericht Osterende-Otterndorf, um 1925

Die Kirchspielsgerichte standen unter dem Vorsitz eines Schult-heißen und mehrerer Schöffen, denen die Gerichtsbarkeit sowie die innere Verwaltung des Kirchspiels oblag. Ferner bildeten diese Amtsleute der Kirch-spiele und der Stadt Otterndorf (Stadt-recht seit 1400) das Korpus der Hadler Stände, das die gemeinschaftlichen Interessen sämtlicher Landeseinwohner gegenüber den Herzögen und ihrer Verwaltung vertrat.

 

 

Warningsacker um 1950
Warningsacker um 1950

Vom 15. Jh. bis 1800 traten die Stände und die ganze Landesgemeinde auf dem Warningsacker zwischen Altenbruch und Otterndorf zum Landtag zusammen.
Spätestens seit dem 17. Jh. entwickelte sich Otterndorf zum Hauptort des Landes. Seit etwa 1390 besaßen die Herzöge dort ein festes Haus, in dem sie bei ihren Besuchen in Hadeln residierten und das ihre Verwaltung unter dem Vorsitz des "Gräfen" als Dienstsitz nutzte.

 

 

Kaiser Karl VI. bestätigt die Privilegien des Landes Hadeln, 1712
Kaiser Karl VI. bestätigt die Privilegien des Landes Hadeln, 1712

Seit dem frühen 17. Jh. kamen immer häufiger auch die Stände in Otterndorf zusammen.

Nach dem Aussterben der Lauenburger gelangte Hadeln für 40 Jahre unter kaiserliche Verwaltung. Der sog. kaiserliche Sequester endete 1731, als das Land Hadeln an Hannover fiel, aber zunächst noch ein formal selbständiger Teil des Kurfürsten-tums blieb.

 

 

H. W. Kopf
H. W. Kopf

So bildete die ständische Vertretung noch nach 1866 die erste Kreisversammlung des preußischen Landkreises Otterndorf. Und auf örtlicher Ebene hat die alte Landesverfassung in Form der Kirchspielsgerichte sogar noch bis 1932 überlebt.
Vielleicht waren es gerade diese Erfahrungen, die Hinrich Wilhelm Kopf, aus Neuenkirchen im Lande Hadeln gebürtig, zum Gründungsvater und ersten Ministerpräsidenten Niedersachsens machten.

 

 

Benutzersaal des Archivs
Benutzersaal des Archivs

1948 eröffnete Hinrich Wilhelm Kopf – als Ausdruck der Verbundenheit mit seiner Heimat und als Sinnbild ihres historischen Selbstbewusstseins – im Kranichhaus das erste Kreisarchiv im Lande Niedersachsen, das heutige Archiv des Landkreises Cuxhaven.

Mit der niedersächsischen Kreisreform des Jahres 1977 wurde der Kreis Land Hadeln mit dem benachbarten Kreis Wesermünde (dem Gebiet um Bremerhaven) zum Landkreis Cuxhaven verschmolzen.


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